Sucht bedeutet: Abhängigkeit von einer bestimmten Substanz oder einem bestimmten Verhalten. Meist denkt man bei Sucht an Nikotin, Alkohol oder harte Drogen, es gibt aber auch andere Süchte, die oft weniger auffällig sind: Kaufsucht, süchtiges Spielen im Kasino, auch Internet-, Sex- und Arbeitssucht (“Workaholics”). All diese Substanzen oder Verhaltensweisen können uns auf angenehme Weise entspannen oder anregen und sind deshalb auch Genussmittel. Zum Suchtmittel werden sie, wenn sie im Übermass konsumiert oder ausgeführt werden: Trinken bis zum Rausch oder Koma, Shoppen bis zur Verschuldung, Arbeiten bis zum Umfallen. Aus den angenehmen werden zunehmend unangenehme Folgen: Wichtige Pflichten werden vernachlässigt, es kommt zu Streit mit dem Partner / der Partnerin, die berufliche Leistungsfähigkeit lässt nach, es kommt zu Schulden und schliesslich auch zu körperlichen Schäden.

Bin ich abhängig / süchtig?

Eine Sucht / Abhängigkeit lässt sich an diesen Merkmalen erkennen:

  • Das Verhalten hat negative Folgen auf Gesundheit, Arbeit und Beziehungen.
  • Der / die Betroffene kann das Verhalten nicht aufgeben, auch wenn er / sie es sich immer wieder vornimmt.
  • Das Gefühl keine Kontrolle über das Verhalten zu haben entsteht.
  • Es ist einem peinlich, auf das Verhalten angesprochen zu werden.

Wie kommt man von süchtigem Verhalten los?

Wäre es einfach, von einem süchtigen Verhalten loszukommen, würde gar keine Sucht vorliegen. Eine Sucht ist eine Erkrankung, deren Behandlung Zeit und sehr viel Willen und Entschlossenheit benötigt. Meist entscheidet man nicht von einem Tag auf den andern, ein süchtiges Verhalten zu ändern, sondern durchläuft verschiedene Phasen. Die Phasen sehen idealerweise etwa so aus:

Der / die Betroffene

  1. macht sich und anderen vor, dass gar kein Problem vorliegt.
  2. merkt, dass das süchtige Verhalten zu Problemen führt und deshalb geändert werden sollte.
  3. plant eine Veränderung in der nahen Zukunft (“Ich will mit dem Rauchen aufhören”).
  4. unternimmt konkrete Schritte zur Veränderung, hält aber nicht lange durch (zwei Monate rauchfrei, dann in einem schwachen Moment wieder der Griff zur Zigarette).
  5. nimmt wieder einen Anlauf und hält diesmal länger durch (mehr als 6 Monate).
  6. Schliesslich kommt es zwar noch zu einzelnen Rückfällen, die suchtfreien Intervalle werden aber immer länger und endlich gelingt der Ausstieg aus der Sucht. Aus der Abhängigkeit ist Abstinenz geworden.

Phase 2-5 können dabei auch öfter wiederholt werden, weil die endgültige Abstinenz nicht auf Anhieb gelingt.

Süchte, egal ob stoffgebunden oder nicht stoffgebunden, sind Erkrankungen, die bei den Betroffenen und meistens auch bei deren Angehörigen zu erheblichen Leiden und Beeinträchtigungen führen. Holen Sie sich bei Verdacht auf Abhängigkeitser­krankungen professionelle Hilfe.
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